Allgemeine Vorschriften
- Spieler mit fünf Fouls
- Mannschaftsfouls: Strafen
- Sonderfälle
- Freiwürfe
- Korrigierbare Fehler
REGEL VII - ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN
Artikel 40 - Spieler mit fünf Fouls
40.1. Ein Spieler, der fünf Fouls - persönliche oder technische - begangen hat, muss darüber vom 1. Schiedsrichter informiert werden und sofort aus dem Spiel ausscheiden. Er muss innerhalb von 30 Sekunden ersetzt werden.
40.2. Begeht ein Spieler nach seinem fünften Foul ein weiteres Foul, gilt dies als Foul gegen einen ausgeschlossenen Spieler. Es wird beim Trainer mit einem "B" auf dem Anschreibebogen eingetragen.
Artikel 41 - Mannschaftsfouls: Strafen
41.1. Definition
41.1.1. Die Mannschaftsfoulgrenze ist erreicht, sobald eine Mannschaft innerhalb einer Spielperiode vier Spielerfouls begangen hat.
41.1.2. Alle in einer Spielpause begangenen Mannschaftsfouls werden der jeweils anschließenden Spielperiode zugerechnet.
41.1.3. Alle während einer Verlängerung begangenen Mannschaftsfouls werden der vierten Spielperiode zugerechnet.
41.2. Regel
41.2.1. Hat eine Mannschaft die Mannschaftsfoulgrenze erreicht, werden alle nachfolgenden persönlichen Spielerfouls an einem Spieler, der sich nicht in einer Korbwurfaktion befindet, mit zwei Freiwürfen anstelle eines Einwurfs bestraft.
41.2.2. Ein persönliches Foul eines Spielers, dessen Mannschaft einen belebten Ball kontrolliert oder der der Ball für einen Einwurf zusteht, wird mit einem Einwurf für die gegnerische Mannschaft bestraft.
Artikel 42 - Sonderfälle
42.1. Definition
Sonderfälle können entstehen, wenn in der Uhr-Stopp-Periode, die einer Regelverletzung folgt, zusätzlich ein oder mehrere Fouls begangen werden.
42.2. Vorgehensweise
42.2.1. Alle Fouls werden angeschrieben und alle Strafen ermittelt.
42.2.2. Die Reihenfolge ist festzulegen, in der sich alle Fouls ereignet haben.
42.2.3. Alle gleichen Strafen gegen beide Mannschaften und alle Strafen für Doppelfouls werden in der Reihenfolge aufgehoben, in der sie entstanden sind. Sobald Strafen aufgehoben sind, werden sie so angesehen, als wären sie nicht verhängt worden.
42.2.4. Mit der Ausführung der letzten Foulstrafe verfällt jedes vorhergehende Recht auf Ballbesitz.
42.2.5. Sobald der Bald beim ersten oder einzigen Freiwurf oder beim Einwurf belebt ist, kann diese Strafe nicht mehr zur Kompensation mit einer anderen Strafe herangezogen werden.
42.2.6. Alle übrig bleibenden Strafen werden in der Reihenfolge ausgeführt, in der sie entstanden sind.
42.2.7. Bleiben nach Aufrechnung aller gleichen Strafen gegen beide Mannschaften keine weiteren Strafen zur Ausführung übrig, ist das Spiel wie folgt fortzusetzen:
Wenn etwa gleichzeitig mit der ersten Regelverletzung
- ein Feldkorb erzielt wurde, erhält die Mannschaft, die den Korb hat hinnehmen müssen, Einwurf von einer beliebigen Stelle hinter der Endlinie.
- eine Mannschaft Ballkontrolle hatte oder ihr der Ball zustand, erhält diese Mannschaft Einwurf nächst der Stelle der ersten Regelverletzung.
- keine Mannschaft Ballkontrolle hatte oder keiner der Ball zustand, entsteht eine Sprungballsituation.
Artikel 43 - Freiwürfe
43.1. Definition
43.1.1. Ein Freiwurf ist die einem Spieler gegebene Möglichkeit, von einer Position hinter der Freiwurflinie und innerhalb des Halbkreises einen Punkt durch einen ungehinderten Wurf auf den Korb zu erzielen.
43.1.2. Ein Satz von Freiwürfen besteht aus allen Freiwürfen, die zu einer einzigen Foulstrafe gehören, gegebenenfalls mit anschließendem Ballbesitz.
43.2. Regel
43.2.1. Wird ein persönliches Foul gepfiffen und eine Freiwurfstrafe verhängt, gilt folgendes:
- Der Spieler, an dem das Foul begangen wurde, führt den Freiwurf oder die Freiwürfe aus.
- Soll der Spieler, der gefoult worden ist, ausgewechselt werden, muss dieser Spieler den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen, ehe er das Spielfeld verlässt.
- Scheidet der Spieler, der den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen soll, wegen Verletzung, fünftem Foul oder Disqualifikation aus dem Spiel aus, muss der für ihn eintretende Ersatzspieler den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen. Ist kein Ersatzspieler verfügbar, führt ein beliebiger Mitspieler den oder die Freiwürfe aus.
43.2.2. Wird ein technisches Foul gepfiffen, werden die Freiwürfe von einem von seinem Trainer bestimmten Spieler der gegnerischen Mannschaft ausgeführt.
43.2.3. Für den Freiwerfer gilt:
- Er muss eine Position hinter der Freiwurflinie und innerhalb des Halbkreises einnehmen.
- Er ist frei in der Anwendung der Wurfart, muss aber den Freiwurf so werfen, dass der Ball von oben in den Korb geht oder den Ring berührt.
- Er muss den Ball innerhalb von fünf Sekunden auf den Korb werfen, nachdem ihm der Ball vom Schiedsrichter zur Verfügung gestellt wurde.
- Er darf weder die Freiwurflinie noch die Begrenzte Zone betreten, bis der Ball in den Korb gegangen ist oder den Ring berührt hat.
- Er darf den Freiwurf nicht antäuschen.
43.2.4. Die Spieler auf den Reboundpositionen an der Begrenzten Zone dürfen sich dort bis zu einem Metertief abwechselnd aufstellen. Diese Spieler dürfen während der Freiwürfe nicht
- eine Reboundposition an der Begrenzten Zone einnehmen, die ihnen nicht zusteht.
- die Begrenzte Zone oder die Neutrale Zone betreten oder ihre Reboundposition an der Begrenzten Zone verlassen, bevor der Ball die Hand oder Hände des Freiwerfers verlassen hat.
- den gegnerischen Freiwerfer durch ihr Verhalten stören.
43.2.5. Spieler, die nicht eine der Reboundpositionen an der Begrenzten Zone einnehmen, müssen hinter der verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei-Punkte-Feldkorblinie bleiben, bis der Ball den Ring berührt oder der Freiwurf beendet ist.
43.2.6. Während eines Freiwurfsatzes, auf den noch ein oder mehrere Freiwurfsätze oder ein Einwurf folgen, müssen sich alle Spieler hinter der verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei-Punkte-Feldkorblinie aufhalten.
Eine Verletzung von Artikel 43.2.3., 43.2.4., 43.2.5. und 43.2.6. ist eine Regelübertretung.
43.3. Strafe
43.3.1. Bei einer Regelübertretung durch den Freiwerfer
- können keine Punkte erzielt werden.
- werden alle Regelübertretungen nicht beachtet, die andere Spieler unmittelbar vor, gleichzeitig oder nach der Regelübertretung des Freiwerfers begehen.
Die gegnerische Mannschaft erhält den Ball zum Einwurf an der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie, sofern keine weitere Freiwurf- oder Einwurfstrafe auszuführen ist.
43.3.2. Bei einem erfolgreichen Freiwurf und einer Regelübertretung durch einen anderen Spieler als den Freiwerfer gilt:
- der Freiwurf zählt und
- die Regelübertretung wird nicht beachtet.
Nach einem letzten oder einzigen Freiwurf erhält die gegnerische Mannschaft den Ball zum Einwurf von einer beliebigen Stelle hinter der Endlinie.
43.3.3. Bei einem nicht erfolgreichen Freiwurf und einer Regelübertretung durch
- einen Mitspieler des Freiwerfers beim letzten oder einzigen Freiwurf erhält die gegnerische Mannschaft den Ball zum Einwurf in Höhe der Freiwurflinie, es sei denn, der Mannschaft des Freiwerfers stand bereits ein weiterer Ballbesitz zu.
- einen Gegenspieler des Freiwerfers wird dem Freiwerfer ein Ersatzfreiwurf gewährt.
- Spieler beider Mannschaften beim letzten oder einzigen Freiwurf entsteht eine Sprungballsituation.
Artikel 44 - Korrigierbare Fehler
44.1. Definition
Wurde versehentlich in der Anwendung einer Regel ein Fehler begangen, können die Schiedsrichter nur in einer der folgenden Situation diesen Fehler korrigieren:
- Gewähren von einem oder mehreren nicht zustehenden Freiwürfen.
- Nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen.
- Irrtümlich gegebene oder nicht gegebene Punkte.
- Einem falschen Spieler erlauben, einen oder mehrere Freiwürfe auszuführen.
44.2. Generelle Vorgehensweise
44.2.1. Wurde die Spieluhr nach einem der oben genannten Fehler in Gang gesetzt, kann eine Korrektur nur noch dann durchgeführt werden, wenn der Fehler von einem Schiedsrichter, Kommissar oder Kampfrichter bemerkt worden ist, bevor der Ball nach dem ersten anschließenden toten Ball belebt wird.
44.2.2. Stellt ein Schiedsrichter einen korrigierbaren Fehler fest, kann er das Spiel sofort unterbrechen, sofern dadurch keine Mannschaft benachteiligt wird.
44.2.3. Begangene Fouls, erzielte Punkte, abgelaufene Spielzeit und zusätzliche Aktivitäten in der Zeitspanne nach dem Fehler bis zu seiner Entdeckung werden nicht rückgängig gemacht.
44.2.4. Sofern die Regeln nichts anderes vorsehen, wird das Spiel nach der Fehlerkorrektur in Höhe der Stelle wieder aufgenommen, an der es zur Korrektur unterbrochen wurde. Den Einwurf erhält die Mannschaft, welcher der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung zustand.
44.2.5. Wurde ein Fehler bemerkt, der noch korrigierbar ist, gilt:
- Wurde ein Spieler, der bei der Fehlerkorrektur beteiligt ist, legal ausgewechselt (nicht aufgrund einer Disqualifikation oder wegen seines fünften Fouls) und sitzt auf der Mannschaftsbank, muss er wieder zurück auf das Spielfeld und wird wieder zum Spieler, um an der Korrektur des Fehlers teilzunehmen.
Nach Beendigung der Fehlerkorrektur kann er im Spiel bleiben, es sei denn, ein legaler Spielerwechsel wird erneut beantragt, woraufhin der Spieler das Spielfeld wieder verlassen kann. - Wurde der Spieler wegen Disqualifikation oder seines fünften Fouls ausgewechselt, muss der für ihn eingewechselte Spieler an der Korrektur des Fehlers teilnehmen.
44.2.6. Korrigierbare Fehler können nach Unterschrift des 1. Schiedsrichters auf dem Anschreibebogen nicht mehr korrigiert werden.
44.2.7. Jeder Irrtum bei den Eintragungen des Anschreibers oder Fehler bei der Spielzeitnahme, welche das laufende Ergebnis, Anzahl der Fouls, Anzahl von Auszeiten oder verbrauchte bzw. nicht verbrauchte Spielzeit betreffen, können von den Schiedsrichtern jederzeit korrigiert werden, bis der 1. Schiedsrichter den Anschreibebogen unterschrieben hat.
44.3. Spezielle Vorgehensweisen
44.3.1. Ein oder mehrere nicht zustehende Freiwürfe wurden verhängt:
Der Freiwurf oder die Freiwürfe sind ersatzlos zu streichen. Das Spiel ist folgendermaßen fortzusetzen:
- Wurde die Spieluhr noch nicht gestartet, erhält die Mannschaft den Ball zum Einwurf von der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie, deren Freiwürfe gestrichen wurden.
- Wurde die Spieluhr gestartet, und zum Zeitpunkt der Entdeckung des Fehlers ist
- die Mannschaft in Ballkontrolle (oder es steht ihr der Ball zu), die zum Zeitpunkt des Fehlers in Ballkontrolle war, oder
- keine Mannschaft in Ballkontrolle,
- Wurde die Spieluhr nach dem Fehler gestartet, und zum Zeitpunkt der Entdeckung des Fehlers ist eine Mannschaft in Ballkontrolle (oder es steht ihr der Ball zu), die zum Zeitpunkt des Fehlers nicht in Ballkontrolle war, entsteht eine Sprungballsituation.
- Wurde die Spieluhr nach dem Fehler gestartet, und zum Zeitpunkt der Entdeckung des Fehlers ist eine Foulstrafe mit einem oder mehreren Freiwürfen verhängt, ist diese Freiwurfstrafe auszuführen. Anschließend erhält die Mannschaft den Ball zum Einwurf, die zum Zeitpunkt des Fehlers in Ballkontrolle war.
44.3.2. Ein oder mehrere zustehende Freiwürfe wurden nicht gegeben:
- Hat der Ballbesitz seit dem Zeitpunkt des Fehlers nicht gewechselt, geht das Spiel nach der Korrektur weiter wie nach jedem normalen Freiwurf.
- Erzielt die Mannschaft, der fälschlicherweise ein Einwurf zugesprochen wurde, einen gültigen Feldkorb, wird der Fehler nicht beachtet.
44.3.3. Ein falscher Spieler hat einen oder mehrere Freiwürfe ausgeführt: Der Freiwurf oder die Freiwürfe sind ersatzlos zu streichen. Den Ball erhält die gegnerische Mannschaft zum Einwurf von der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie, es sei denn, das Spiel wird mit Strafen für weitere Regelverletzungen fortgeführt.



