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Offizielle Basketball Regeln FIBA - Regel VI

Und hier unsere Regel VI mit dem Regelwerk zu folgenden Inhalten:

  • Fouls
  • Kontakt (Grundsätze)
  • Persönliches Foul
  • Doppelfoul
  • Unsportliches Foul
  • Disqualifizierendes Foul
  • Technisches Foul
  • Gewalttätigkeit

 

REGEL VI - FOULS

 

Artikel 32 - Fouls

32.1. Definition

32.1.1. Ein Foul ist eine Regelverletzung, die persönlichen Kontakt mit einem gegnerischen Spieler und/oder unsportliches Verhalten beinhaltet.

32.1.2. Gegen jede Mannschaft können beliebig viele Fouls gepfiffen werden. Jedes Foul ist unabhängig von der Strafe zu beurteilen und zu verhängen, auf dem Anschreibebogen anzuschreiben und gemäß den Regeln zu bestrafen.

 

Artikel 33 Kontakt (Grundsätze)

33.1. Zylinderprinzip

Das Zylinderprinzip wird als Raum innerhalb eines gedachten Zylinders definiert, der von einem Spieler auf dem Spielfeld eingenommen wird. Es schließt den Raum über dem Spieler mit ein und wird begrenzt

  • nach vorne durch die Handflächen
  • nach hinten durch die Rückseite des Gesäßes
  • nach den Seiten durch die Außenseiten seiner Arme und Beine.

Hände und Arme dürfen nach vorne nicht weiter als die Füße vorgestreckt werden, wobei die Arme an den Ellbogen so abgewinkelt sein müssen, dass Unterarme und Hände senkrecht gehalten werden. Der Abstand zwischen den Füßen muss in Relation zur Körpergröße stehen.

Zylinderprinzip

 

33.2. Vertikalprinzip

Während des Spiels hat jeder Spieler das Recht, seine Position (Zylinder) auf dem Spielfeld überall dort einzunehmen, wo sich noch kein Gegenspieler befindet.
Dieses Prinzip schützt die Fläche auf dem Spielfeld, die ein Spieler einnimmt, und den Raum über ihm, wenn er innerhalb seiner Fläche senkrecht hochspringt.
Verlässt ein Spieler seine senkrechte Position (Zylinder) und es kommt zu einem Körperkontakt mit einem Gegenspieler, der bereits seine eigene senkrechte Position (Zylinder) eingenommen hatte, ist der Spieler für den Kontakt verantwortlich, der seine senkrechte Position (Zylinder) verlassen hat.

Ein Verteidiger darf keinesfalls dafür bestraft werden, dass er senkrecht (innerhalb seines Zylinders) hochspringt oder seine Hände oder Arme innerhalb des Zylinders nach oben hält.
Der Angreifer darf weder am Boden noch in der Luft Kontakt mit dem sich in legaler Position befindlichen Verteidiger verursachen, indem er

  • seine Arme benutzt, um sich zusätzlichen Platz zu verschaffen ("Abräumen")
  • während oder unmittelbar nach einem Korbwurf seine Arme oder Beine ausstreckt, um einen Kontakt zu verursachen.

 

33.3. Legale Verteidigungs-Position

Ein Verteidiger nimmt eine legale Verteidigungs-Position ein, wenn er

  • seinem Gegenspieler frontal gegenüber steht und
  • beide Füße auf dem Boden hat

Die legale Verteidigungs-Position erstreckt sich auch auf den gesamten Raum senkrecht über ihm (Zylinder). Der Spieler darf seine Arme und Hände über den Kopf heben oder senkrecht hochspringen, muss sie jedoch in einer senkrechten Position innerhalb des gedachten Zylinders halten.

 

33.4. Bewachen eines Spielers, der den Ball kontrolliert

Beim Bewachen eines Spielers, der den Ball kontrolliert (ihn hält oder dribbelt), wird der Einfluss von Zeit und Abstand nicht angewandt. Der Spieler mit dem Ball muss damit rechnen, dass gegen ihn verteidigt wird. Er muss daher jederzeit und - wenn erforderlich - im Bruchteil einer Sekunde imstande sein, anzuhalten oder seine Richtung zu ändern, sobald ein gegnerischer Spieler eine legale Verteidigungsposition vor ihm einnimmt.
Der bewachende Spieler (Verteidiger) muss seine legale Verteigungs-Position einnehmen, ohne zuvor Körperkontakt verursacht zu haben.
Hat der Verteidiger eine legale Verteidigungs-Position eingenommen, darf er sich bewegen, um gegen seinen Gegenspieler zu verteidigen. Er darf aber den Dribbler nicht durch Ausstrecken seiner Arme, Schultern, Hüften oder Beine am Vorbeikommen hindern.
Bei der Beurteilung einer Block/Charge-Situation eines Spielers mit Ball muss der Schiedsrichter folgende Grundsätze anwenden:

  • Der Verteidiger muss eine legale Verteidigungs-Position eingenommen haben, frontal zum Spieler mit Ball und mit beiden Füßen am Boden.
  • Der Verteidiger darf stehen bleiben, senkrecht hochspringen oder sich seitlich oder rückwärts bewegen, um seine legale Verteidigungs-Position aufrechtzuerhalten.
  • Bei der Bewegung, die einmal eingenommene legale Verteidigungs-Position aufrechtzuerhalten, dürfen ein oder beide Füße kurzzeitig vom Boden angehoben werden, solange die Bewegung seitlich oder rückwärts gerichtet ist und nicht in Richtung des Spielers mit dem Ball geht.
  • Entsteht der Kontakt auf der Vorderseite seines Körpers, ist davon auszugehen, dass der Verteidiger seine Position als erster eingenommen hat.
  • Nachdem der Verteidiger eine legale Verteidigungs-Position eingenommen hat, darf er sich innerhalb seines Zylinders drehen, um einen Aufprall abzumildern oder eine Verletzung zu vermeiden.

Liegt eine dieser genannten Kriterien vor, ist der Kontakt dem Spieler mit Ball anzulasten.

 

33.5. Bewachen eines Spielers, der nicht den Ball kontrolliert

Ein Spieler, der nicht den Ball kontrolliert, darf sich frei auf dem Spielfeld bewegen und jeden Platz einnehmen, der noch nicht von einem anderen Spieler besetzt ist.
Beim Bewachen eines Spielers, der nicht den Ball kontrolliert, muss der Einfluss von Zeit und Abstand beachtet werden. Ein Verteidiger darf keine Position in der Bahn eines sich bewegenden Gegenspielers einnehmen, die so nahe und/oder so schnell eingenommen wird, dass dieser nicht genügend Zeit und Abstand hat, anzuhalten oder seine Richtung zu ändern.

Dieser Abstand hängt von der Geschwindigkeit des Gegenspielers ab und beträgt nie weniger als einen und nie mehr als zwei normale Schritte.
Beachtet ein Verteidiger beim Einnehmen seiner legalen Verteidigungs-Position nicht den Einfluss von Zeit und Abstand und es kommt zum Körperkontakt mit einem Gegenspieler, ist der Verteidiger für den Kontakt verantwortlich.
Hat ein Verteidiger eine legale Verteidigungs-Position einmal eingenommen, darf er sich bewegen, um gegen seinen Gegenspieler zu verteidigen. Er darf nicht Arme, Schultern, Hüften oder Beine in dessen Weg ausstrecken, um ihn am Vorbeikommen zu hindern. Er darf sich aber drehen oder Arm/Arme innerhalb seines Zylinders, vor oder eng an seinen Körper halten, um eine Verletzung zu vermeiden.

 

33.6. Ein Spieler, der sich in der Luft befindet

Ein Spieler, der an einer Stelle auf dem Spielfeld hochspringt, hat das Recht, auf derselben Stelle wieder zu landen.
Er darf auch an einer anderen Stelle auf dem Spielfeld landen, vorausgesetzt der Landeplatz und der direkte Weg zwischen Absprung und Landeplatz sind zum Zeitpunkt des Absprungs noch nicht von einem oder mehreren Gegenspielern besetzt.
Springt ein Spieler und verursacht bei der Landung Kontakt mit einem Gegenspieler, der in der Nähe des Landeplatzes eine legale Verteidigungsposition einnimmt, ist der Springer für diesen Kontakt verantwortlich.
Ein Gegenspieler darf sich nicht in die Bahn eines Spielers bewege, nachdem dieser abgesprungen ist.
Bewegt sich ein Spieler unter einen Spieler, der sich in der Luft befindet, und es kommt zum Kontakt, ist dies normalerweise ein unsportliches, unter Umständen ein disqualifizierendes Foul.

 

33.7. Legales und illegales Sperren

Sperren ist der Versuch eines Spielers, einen Gegenspieler ohne Ball daran zu hindern, eine gewünschte Position auf dem Spielfeld einzunehmen oder dies zu verzögern.

Ein Spieler sperrt einen Gegenspieler legal, falls er

  • steht (innerhalb seines Zylinders) wenn es zum Kontakt kommt.
  • beide Füße auf dem Boden hat, wenn es zum Kontakt kommt.

Ein Spieler sperrt einen Gegenspieler illegal, falls er

  • sich bewegt, wenn es zum Kontakt kommt.
  • beim stellen einer Sperre außerhalb des Gesichtsfelds eines stehenden Gegenspielers nicht genügend Platz lässt, wenn es zum Kontakt kommt.
  • den Einfluss von Zeit und Abstand bei einem Gegenspieler in Bewegung nicht beachtet, wenn es zum Kontakt kommt.

Wird die Sperre im direkten Gesichtsfeld eines stehenden Gegenspielers (von vorne oder seitlich) gestellt, kann der sperrende Spieler dies so nahe tun wie er will, solange er keinen Kontakt verursacht.
Wird die Sperre außerhalb des Gesichtsfelds eines stehenden Gegenspielers gestellt, muss der sperrende Spieler dem Gegenspieler einen normalen Schritt bis zur Sperre ermöglichen, ohne dass es dabei zum Kontakt kommt.
Befindet sich der Gegenspieler in Bewegung, muss der Einfluss von Zeit und Abstand berücksichtigt werden. Der sperrende Spieler muss genug Platz lassen, damit der gesperrte Spieler die Sperre durch Abstoppen oder Richtungsänderung vermeiden kann.
Dieser Abstand beträgt nie weniger als einen und nie mehr als zwei normale Schritte.
Ein Spieler, der legal gesperrt wird, ist verantwortlich für jeden Kontakt mit dem sperrenden Spieler.

 

33.8.  Rempeln (Charging)

Charging ist regelwidriger persönlicher Kontakt durch - mit oder ohne Ball - Stoßen oder Hineinbewegen in den Körper eines Gegenspielers.

 

33.9. Blockieren

Blockieren ist regelwidriger persönlicher Kontakt durch Behindern der Fortbewegung eines Gegenspielers mit oder ohne Ball.
Ein Spieler, der zu sperren versucht und sich dabei bewegt, blockiert, wenn es zum Kontakt kommt und sein Gegenspieler steht oder dem Block ausweichen will.
Achtet ein Spieler nicht auf den Ball, sondern steht dem Gegenspieler zugewandt und bewegt sich so, wie dieser sich bewegt, ist er in erster Linie für jeden Kontakt verantwortlich, es sei denn, andere Faktoren wirken mit.
Die Einschränkung "andere Faktoren wirken mit" meint absichtliches Stoßen (Pushing), Rempeln (Charging) oder Halten durch den Spieler, der gesperrt wird.
Beim Einnehmen einer Position auf dem Spielfeld ist es dem Spieler erlaubt, Arm(e) oder Ellbogen außerhalb seines Zylinders auszustrecken. Er muss jedoch Arm(e) oder Ellbogen in seinen Zylinder einziehen, wenn ein Gegenspieler versucht, an ihm vorbei zu kommen. Lässt ein Spieler Arm(e) oder Ellbogen außerhalb seines Zylinders und es kommt zum Kontakt, ist dies ein Foul durch Blockieren oder Halten.

 

33.10. Kontakt mit Hand/Händen und/oder Arm(en) an einem Gegenspieler

Einen Gegenspieler mit einer oder beiden Händen zu berühren, ist für sich alleine betrachtet nicht unbedingt ein Foul.
Die Schiedsrichter müssen entscheiden, ob der Spieler durch seinen Kontakt einen unfairen Vorteil erlangt hat. Schränkt der von einem Spieler verursachte Kontakt die Bewegungsfreiheit eines Gegenspielers ein, ist dies ein Foul.
Regelwidriger Gebrauch der Hand/Hände liegt vor, wenn der Verteidigungsspieler einen Gegenspieler mit oder ohne Ball bewacht und dabei Hand/Hände oder Arm(e) an den Gegenspieler legt und dort lässt, um diesen in seiner Bewegung einzuschränken.

Einen Gegenspieler mit oder ohne Ball wiederholt zu berühren oder zu "sticheln" ist ein Foul, da dies zu rohem Spiel eskalieren kann.
Ein Foul durch einen Angriffsspieler mit Ball liegt vor, wenn er

  • sich bei einem Verteidigungsspieler "einhakt" oder einen Arm oder Ellbogen um ihn legt, um dadurch einen unfairen Vorteil zu erlangen.
  • einen Verteidigungsspieler wegstößt, um ihn daran zu hindern den Ball zu spielen oder dies zu versuchen, oder um mehr Platz zwischen sich und dem Verteidigungsspieler zu gewinnen.
  • beim Dribbeln mit ausgestrecktem Unterarm oder seiner Hand einen Gegenspieler daran hindert, Ballkontrolle zu erlangen.

Ein Foul durch einen Angriffsspieler ohne Ball liegt vor, wenn er einen Gegenspieler wegstößt, um

  • für ein Zuspiel frei zu sein.
  • den Verteidigungsspieler daran zu hindern, den Ball zu spielen oder dies zu versuchen.
  • mehr Platz zwischen sich und dem Verteidigungsspieler zu gewinnen.

 

33.11. Angriffsspiel mit dem Rücken zum Korb (Post play)

Für das Angriffsspiel mit dem Rücken zum Korb gilt das Vertikalprinzip (Zylinderprinzip). Der Angreifer mit dem Rücken zum Korb und der gegen ihn verteidigende Spieler müssen ihr gegenseitiges Recht gemäß dem Zylinderprinzip respektieren.
Ein Angriffs- oder Verteidigungsspieler in der Position mit dem Rücken zum Korb begeht ein Foul, wenn er seinen Gegenspieler mit Schultern oder Hüfte aus dessen Position drängt oder die Bewegungsfreiheit des Gegenspielers mit ausgestreckten Ellbogen, Armen, Knien oder anderen Körperteilen behindert.

 

33.12. Regelwidriges Verteidigen im Rücken eines Spielers

Regelwidriges Verteidigen im Rücken eines Spielers ist persönlicher Kontakt im Rücken eines Gegenspielers durch einen Verteidiger. Der Versuch des Verteidigers, den Ball zu spielen, berechtigt ihn nicht, seinen Gegenspieler von hinten zu berühren.

 

33.13. Halten

Halten ist regelwidriger persönlicher Kontakt mit einem Gegenspieler, um ihn in seiner Bewegungsfreiheit zu behindern. Ein derartiger Kontakt (Halten) kann mit jedem Teil des Körpers verursacht werden.

 

33.14. Stoßen (Pushing)

Pushing ist regelwidriger persönlicher Kontakt mit einem Gegenspieler mit oder ohne Ballkontrolle, um ihn unter Krafteinsatz aus seiner Position zu drängen oder dies zu versuchen.

 

Artikel 34 - Persönliches Foul

34.1. Definition

34.1.1. Ein persönliches Foul ist ein Foul eines Spielers - bei belebtem oder totem Ball - durch regelwidrigen Kontakt mit einem Gegenspieler.
Ein Spieler darf nicht halten, blockieren, stoßen, rempeln, Bein stellen oder die Fortbewegung eines Gegenspielers durch Ausstrecken von Hand, Arm, Ellbogen, Schulter, Hüfte, Bein, Knie oder Fuß behindern. Er darf dies auch nicht, indem er seinen Körper aus der normalen Haltung aus seinem Zylinder hinaus beugt, noch darf er eine sonstige rohe oder gewaltsame Spielweise anwenden.

 

34.2. Strafe

Gegen den verantwortlichen Spieler ist ein persönliches Foul zu verhängen.

34.2.1. Wird das Foul an einem Spieler begangen, der nicht in der Korbwurfaktion ist,

  • wird das Spiel mit Einwurf für die Mannschaft des gefoulten Spielers nächst der Stelle der Regelverletzung fortgesetzt.
  • kommt, falls die verantwortliche Mannschaft bereits die Mannschaftsfoulgrenze überschritten hat, Artikel 41 (Mannschaftsfouls: Strafen) zur Anwendung.

34.2.2. Wird das Foul an einem Spieler begangen, der in der Korbwurfaktion ist, erhält dieser Spieler folgende Anzahl von Freiwürfen:

  • Ist der Wurf erfolgreich, zählt der Korb und es gibt zusätzlich einen Freiwurf.
  • Ist der Wurf aus dem Zwei-Punkte-Bereich und erfolglos, gibt es zwei Freiwürfe.
  • Ist der Wurf aus dem Drei-Punkte-Bereich und erfolglos, gibt es drei Freiwürfe.
  • Wird der Spieler gleichzeitig mit dem Signal der Spieluhr zum Ende einer Spielperiode oder mit dem Signal der 24-Sekunden-Anlage oder kurz zuvor gefoult, während sich der Ball noch in seiner Hand/Händen befindet, zählt ein anschließend erzielter Korb nicht. Der Spieler erhält zwei oder drei Freiwürfe.

 

Artikel 35 - Doppelfoul

35.1. Definition

35.1.1. Ein Doppelfoul ist eine Situation, in der zwei Gegenspieler zum annähernd gleichen Zeitpunkt aneinander persönliche Fouls begehen.

 

35.2. Strafe

Gegen beide Spieler wird ein persönliches Foul verhängt. Es werden keine Freiwürfe gegeben und das Spiel wird folgendermaßen fortgesetzt:
Wenn etwa gleichzeitig mit dem Doppelfoul

  • eine Mannschaft einen Feldkorb erzielte oder ihren einzigen oder letzten Freiwurf traf, erhält die andere Mannschaft Einwurf von einer beliebigen Stelle hinter der Endlinie.
  • eine Mannschaft in Ballkontrolle war oder ihr der Ball zustand, erhält diese Mannschaft Einwurf nächst der Stelle der Regelverletzung.
  • keine Mannschaft in Ballkontrolle war oder keiner der Ball zustand, entsteht eine Sprungballsituation.

 

Artikel 36 - Unsportliches Foul

36.1. Definition

36.1.1. Ein unsportliches Foul ist ein Foul eines Spielers, das Kontakt mit einem Gegenspieler einschließt und nach Meinung des Schiedsrichters keinerlei legitimen Versuch darstellt, unmittelbar den Ball entsprechend Geist und Sinn der Regeln zu spielen.

36.1.2. Unsportliche Fouls müssen während des ganzen Spiels nach gleichen Maßstäben beurteilt werden.

36.1.3. Der Schiedsrichter hat nur die Aktion des Schiedsrichters zu beurteilen.

36.1.4. Zur Beurteilung der Aktion, ob es sich um ein unsportliches Foul handelt, sollen die Schiedsrichter folgende Grundsätze anwenden:

  • Zielt die Aktion des Spielers offensichtlich nicht darauf ab, den Ball zu spielen und es kommt zum Kontakt, ist dies ein unsportliches Foul.
  • Verursacht ein Spieler beim Versuch, den Ball zu spielen, einen heftigen Kontakt (hartes Foul), ist dieser Kontakt als unsportliches Foul zu beurteilen.
  • Verursacht ein Verteidiger bei dem Versuch, einen Schnellangriff zu stoppen, von hinten oder seitlich Kontakt an seinem Gegenspieler und befindet sich kein Verteidiger zwischen diesem Angreifer und dem Korb, ist dieser Kontakt als unsportliches Foul zu beurteilen.
  • Unternimmt jedoch ein Spieler einen legitimen Versuch, den Ball zu spielen (normale Basketballaktion), und begeht dabei ein Foul, ist dies kein unsportliches Foul.

 

36.2. Strafe

36.2.1. Gegen den verantwortlichen Spieler ist ein unsportliches Foul zu verhängen.

36.2.2. Der gefoulte Spieler erhält einen, zwei oder drei Freiwürfe, gefolgt von einem

  • Einwurf von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.
  • Sprungball im Mittelkreis zu Beginn der ersten Spielperiode.

Die Anzahl der Freiwürfe ergibt sich wie folgt:
Wurde das Foul an einem Spieler begangen, der sich

  • nicht in der Korbwurfaktion befand, gibt es zwei Freiwürfe.
  • in der Korbwurfaktion befand, dann zählt der erzielte Korb und es gibt zusätzlich einen Freiwurf.
  • in der Korbwurfaktion befand und den Korb verfehlt, gibt es zwei oder drei Freiwürfe.

36.2.3. Ein Spieler ist zu disqualifizieren, wenn gegen ihn das zweite unsportliche Foul verhängt wurde.

36.2.4. Wird ein Spieler gemäß Art. 36.2.3. disqualifiziert, ist das zur Disqualifikation führende unsportliche Foul das einzige, welches bestraft wird. Für die Disqualifikation wird keine zusätzliche Strafe verhängt.

 

Artikel 37 - Disqualifizierendes Foul

37.1. Definition

37.1.1. Ein disqualifizierendes Foul ist jedes offensichtlich unsportliche Verhalten eines Spielers, Ersatzspielers, ausgeschlossenen Spielers, Trainers, Trainer-Assistenten oder Mannschaftsbegleiters.

37.1.2. Ein disqualifizierter Trainer ist durch den auf dem Anschreibebogen eingetragenen Trainer-Assistenten zu ersetzen. Ist kein Trainer-Assistent eingetragen, ersetzt der Kapitän den Trainer.

 

37.2. Strafe

37.2.1. Gegen den Täter wird ein disqualifizierendes Foul verhängt.

37.2.2. Wird der Täter gemäß den Artikeln dieser Regeln disqualifiziert, muss er sich für die restliche Dauer des Spiels in den Umkleideraum seiner Mannschaft begeben oder, wenn er dies vorzieht, das Gebäude verlassen.

37.2.3. Ein Freiwurf oder Freiwürfe werden zuerkannt, und zwar

  • einem beliebigen von seinem Trainer bestimmten Spieler der gegnerischen Mannschaft für ein Foul ohne persönlichen Kontakt.
  • dem gefoulten Spieler für ein Foul mit persönlichem Kontakt.

Anschließend folgt ein

  • Einwurf von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.
  • Sprungball im Mittelkreis zu Beginn der ersten Spielperiode.

37.2.4. Die Anzahl der Freiwürfe ergibt sich wie folgt:
Wurde das Foul an einem Spieler begangen, der sich

  • nicht in der Korbwurfaktion befand, oder bei einem technischen Foul gibt es zwei Freiwürfe.
  • in der Korbwurfaktion befand, dann zählt der erzielte Korb und es gibt zusätzlich einen Freiwurf.
  • in der Korbwurfaktion befand und den Korb verfehlt, gibt es zwei oder drei Freiwürfe.

 

Artikel 38 - Technisches Foul

38.1. Verhaltensregeln

38.1.1. Voraussetzung für die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels ist eine uneingeschränkte und aufrichtige Zusammenarbeit der Mitglieder beider Mannschaften (Spieler, Ersatzspieler, Trainer, Trainer-Assistenten, ausgeschlossene Spieler und Mannschaftsbegleiter) mit den Schiedsrichtern, Kampfrichtern und dem Kommissar, falls anwesend.

38.1.2. Beide Mannschaften sollen für den Sieg im Spiel ihr Bestes geben, dies muss aber im Geist sportlicher Haltung und des Fairplay geschehen.

38.1.3. Jeder bewusst erfolgte oder wiederholte Verstoß gegen die Grundsätze der Zusammenarbeit oder den Geist der Regeln ist als technisches Foul zu ahnden.

38.1.4. Ein Schiedsrichter kann technischen Fouls vorbeugen durch eine Verwarnung oder sogar durch Übersehen unbedeutender Regelverletzungen administrativer Art, die offensichtlich unbeabsichtigt und ohne direkten Einfluss auf das Spiel sind, es sei denn, die Regelverletzung wiederholt sich trotz vorheriger Verwarnung.

38.1.5. Wird ein technisches Vergehen erst entdeckt, nachdem der Ball bereits belebt ist, ist das Spiel zu unterbrechen und ein technisches Foul zu verhängen. Die Strafe ist so durchzuführen, als ob sich das Vergehen zu dem Zeitpunkt ereignet hätte, als es mit dem technischen Foul geahndet wurde. Alle Ereignisse zwischen der Regelverletzung und der Unterbrechung des Spiels behalten ihre Gültigkeit.

 

38.2. Ausschreitungen

38.2.1. Während des Spiels kann es zu Ausschreitungen kommen, die im Widerspruch zu Sportgeist und Fairplay stehen. Die Schiedsrichter müssen in diesem Fall sofort einschreiten, um diese zu beenden, falls erforderlich unter Hinzuziehung der Ordnungskräfte.

38.2.2. Kommt es zwischen Spielern, Ersatzspielern, ausgeschlossenen Spielern, Trainern, Trainer-Assistenten und Mannschaftsbegleitern zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, sei es auf dem Spielfeld oder in dessen Umgebung, müssen die Schiedsrichter die erforderlichen Maßnahmen treffen, diese zu beenden.

38.2.3. Alle oben genannten Personen, die für rohe und gewalttätige Angriffe auf Gegenspieler oder Schiedsrichter verantwortlich sind, müssen disqualifiziert werden. Der 1. Schiedsrichter muss den Zwischenfall der für den Wettbewerb verantwortlichen Stelle melden.

38.2.4. Die Ordnungskräfte dürfen das Spielfeld nur auf Verlangen der Schiedsrichter betreten. Sollten jedoch Zuschauer das Spielfeld in der offensichtlichen Absicht zu Ausschreitungen betreten, müssen die Ordnungskräfte zum Schutz der Mannschaften und Schiedsrichter sofort eingreifen.

38.2.5. Alle anderen Bereiche einschließlich der Ein- und Ausgänge, Gänge, Umkleideräume usw. fallen unter die Zuständigkeit des Ausrichters des Wettbewerbs und der Ordnungskräfte.

38.2.6. Aktionen von Spielern, Ersatzspielern, ausgeschlossenen Spielern, Trainern, Trainer-Assistenten und Mannschaftsbegleitern, die zur Beschädigung von zum Spiel gehörenden Ausrüstungsgegenständen führen können, dürfen von den Schiedsrichtern nicht geduldet werden. Nehmen die Schiedsrichter derartige Vorkommnisse wahr, ist der Trainer der betreffenden Mannschaft sofort zu verwarnen.
Sollten sich diese Vorkommnisse wiederholen, ist gegen jeden Beteiligten sofort ein technisches Foul zu verhängen.

Die Entscheidungen der Schiedsrichter sind endgültig und können weder in Frage gestellt noch ignoriert werden.

 

38.3. Definition

38.3.1. Ein technisches Foul ist ein Vergehen eines Spielers ohne Kontakt mit einem Gegenspieler, das folgende Fehlverhalten umfasst, aber nicht auf diese Beispiele beschränkt ist:

  • Ignorieren von Ermahnungen der Schiedsrichter.
  • Respektloses Anfassen von Schiedsrichtern, Kommissar, Kampfrichtern oder Personen im Mannschaftsbank-Bereich.
  • Respektloses Anreden von Schiedsrichtern, Kommissar, Kampfrichtern oder gegnerischen Spielern.
  • Gebrauch von Redensarten oder Gesten, die geeignet sind, die Zuschauer zu beleidigen oder aufzuhetzen.
  • Anschreien eines Gegenspielers oder Behindern seiner Sicht durch Winken mit den Händen in der Nähe seiner Augen.
  • Heftiges Schwingen der Ellbogen.
  • Spielverzögerung durch absichtliches Berühren des Balls, nachdem er durch den Korb gegangen ist, oder durch Verhindern der sofortigen Ausführung eines Einwurfs.
  • Sich fallen lassen, um ein Foul vorzutäuschen.
  • Sich mit seinem vollen Gewicht am Ring festzuhalten, es sei denn ein Spieler hält sich nach Meinung des Schiedsrichters deshalb nach einem Dunking kurzzeitig am Ring fest, um dadurch sich oder einen anderen Spieler vor Verletzung zu schützen.
  • Goaltending oder Stören des Balls durch einen Verteidiger bei einem letzten oder einzigen Freiwurf. Die Mannschaft des Freiwerfers erhält einen Punkt, gefolgt von der Strafe für das technische Foul gegen den Verteidiger.

38.3.2. Ein technisches Foul gegen einen Trainer, Trainer-Assistenten, Ersatzspieler, ausgeschlossenen Spieler oder Mannschaftsbegleiter ist ein Foul wegen respektlosen Anredens oder Anfassens eines Schiedsrichters, Kommissars, Kampfrichters oder gegnerischen Spielers oder wegen eines Vergehens in Verfahrens- oder administrativen Angelegenheiten.

38.3.3. Ein Trainer ist zu disqualifizieren, wenn gegen ihn

zwei technische Fouls ("C") wegen persönlichen unsportlichen Verhaltens verhängt wurden.

drei technische Fouls ("B") wegen unsportlichen Verhaltens seitens der Mannschaftsbank (Trainer-Assistent, Ersatzspieler, ausgeschlossene Spieler oder Mannschaftsbegleiter) verhängt wurden, oder eine Kombination zweier "B" - und eines "C"-Fouls in beliebiger Reihenfolge.

38.3.4. Wird ein Trainer gemäß Art. 38.3.3. disqualifiziert, ist das zur Disqualifikation führende technische Foul das einzige, welches bestraft wird. Für die Disqualifikation wird keine zusätzliche Strafe verhängt.

 

38.4. Strafe

38.4.1.Wird das technische Foul verhängt gegen einen

  • Spieler, ist ihm ein technisches Foul als Spielerfoul anzuschreiben, das zu den Mannschaftsfouls zählt.
  • Trainer ("C"), Trainer-Assistenten ("B"), Ersatzspieler ("B"), ausgeschlossenen Spieler ("B") oder Mannschaftsbegleiter ("B"), ist das technische Foul dem Trainer anzuschreiben und zählt nicht zu den Mannschaftsfouls.

38.4.2. Die gegnerische Mannschaft erhält zwei Freiwürfe, gefolgt von einem 

  • Einwurf von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.
  • Sprungball im Mittelkreis zu Beginn der ersten Spielperiode.

 

Artikel 39 - Gewalttätigkeit

39.1. Definition

Gewalttätigkeit bezeichnet eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Mitgliedern beider Mannschaften (Spielern, Ersatzspielern, ausgeschlossenen Spielern, Trainern, Trainer-Assistenten oder Mannschaftsbegleitern).
Dieser Artikel ist nur anzuwenden auf Ersatzspieler, ausgeschlossene Spieler, Trainer, Trainer-Assistenten und Mannschaftsbegleiter, die während einer gewalttätigen Auseinandersetzung oder im Vorfeld einer Auseinandersetzung ihren Mannschaftsbank-Bereich verlassen.

 

39.2. Regel

39.2.1. Ersatzspieler, ausgeschlossene Spieler oder Mannschaftsbegleiter, die während einer gewalttätigen Auseinandersetzung oder im Vorfeld einer Auseinandersetzung ihren Mannschaftsbank-Bereich verlassen, sind zu disqualifizieren.

39.2.2. Nur der Trainer und/oder Trainer-Assistent dürfen während einer gewalttätigen Auseinandersetzung oder im Vorfeld einer Auseinandersetzung ihren Mannschaftsbank-Bereich verlassen, um die Schiedsrichter bei der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Ordnung zu unterstützen. In diesem Fall werden Trainer und/oder Trainer-Assistent nicht disqualifiziert.

39.2.3 Verlässt ein Trainer und/oder Trainer-Assistent den Mannschaftsbank-Bereich, ohne anschließend die Schiedsrichter bei der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Ordnung zu unterstützen oder dies zu versuchen, ist der Trainer und/oder der Trainer-Assistent zu disqualifizieren.

 

39.3. Strafe

39.3.1. Unabhängig von der Anzahl der Personen (Trainer, Trainer-Assistent, Ersatzspieler, ausgeschlossene Spieler oder Mannschaftsbegleiter), die wegen Verlassens des Mannschaftsbank-Bereichs disqualifiziert wurden, ist ein einziges technisches Foul ("B") gegen den Trainer zu verhängen.

39.3.2. Werden gemäß diesem Artikel Mitglieder beider Mannschaften disqualifiziert und liegen keine weiteren Foulstrafen zur Ausführung vor, ist das Spiel wie folgt fortzusetzen:
Wenn etwa gleichzeitig mit der Unterbrechung des Spiels wegen einer Gewalttätigkeit

  • ein Feldkorb erzielt wurde, erhält die Mannschaft, die den Korb hat hinnehmen müssen, Einwurf von einer beliebigen Stelle hinter der Endlinie.
  • eine Mannschaft Ballkontrolle hatte oder ihr der Ball zustand, erhält diese Mannschaft Einwurf von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.
  • keine Mannschaft Ballkontrolle hatte oder keiner der Ball zustand, entsteht eine Sprungballsituation.

39.3.3. Alle disqualifizierenden Fouls werden angeschrieben und zählen nicht zu den Mannschaftsfouls.

39.3.4. Alle Foulstrafen, die vor Beginn der Gewalttätigkeit entstanden, sind entsprechend Artikel 42 (Sonderfälle) auszuführen.

 

 

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