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Schiedsrichter-Ausschluss ist der falsche Weg

Die Situation rund um die Schiedsrichter-Ausschlüsse droht zu eskalieren. Nach den Entscheidungen der ABL und den verbundenen Ausschlüssen der Schiedsrichter Andreas Roth und Wolfgang Kirnbauer zeigten sich nun auch Erich Kratschmer und Stefan Zöser mit ihren Kollegen solidarisch. Beide legten auf unbestimmte Zeit ihre Schiedsrichtertätigkeit nieder. Damit verliert nun Basketball-Österreich weitere Top-Referees.

Angefangen hat ja bekanntlich alles nach dem Spiel Fürstenfeld gegen Oberwart und einem Rundumschlag des Fürstenfeld-Präsidenten Harald Fischl. In einem Schreiben an das ABL-Präsidium sieht Fisch seine Panthers "offensichtlich, permanent und nachhaltig durch Schiedsrichterpfiffe benachteiligt". In der Folge wollten die Referees das Cup-Final-Four boykottieren. Zu dieser Blockade kam es jedoch nicht, da die ABL gewaltigen Druck auf die heimischen Spielleiter ausübte und ihnen Sperren androhte. Viele machten einen Rückzieher, bis auf Andreas Roth und Wolfgang Kirnbauer.

Jetzt, knapp zwei Monate nach dem Beinahe-Eklat, folgten Schulterschlüsse und einzelne Top-Referees zeigten "Eier" und legten ihre Funktionen nieder. Zu Recht, wie ich meine, denn man sollte sich nicht von der ABL in gewisser Weise erpressen lassen. Wie auch Referee Erich Kratschmer verlautbarte, sei "die Unabhängigkeit der Spielleiter in keiner Weise mehr gewahrt". Dass die ABL ein gewissermaßen großes Problem mit Österreichs Basketball-Schiedsrichtern hat, ist ein offenes Geheimnis. Nicht zum ersten Mal ecken die Liga, der Verband und die Schiedsrichter an.

Mich wundert es immer wieder auf's Neue, dass der Basketball-Bundesliga Präsident bei Spielen des Damen-Meisters Flying Foxes Post SV gemeinsam mit seiner Frau auf Schiedsrichter und Konsorten schimpfen darf. Es ist klar, dass beide Töchter mehr oder weniger erfolgreich bei den Foxes spielen. Doch es darf auf keinen Fall sein, dass ein ABL-Präsident, auch wenn er nicht gerade in seiner Funktion auf der Tribüne sitzt, die Schiedsrichter beschimpft. Meiner Meinung nach entsteht hier ein großer Gewissenskonflikt und Beschneidung der Referees in ihrer Tätigkeit.

Dass die ABL nun vor einem Schiedsrichter-Problem steht, scheint für mich außer Frage. Zudem denke ich, dass weitere Referee-Rücktritte folgen werden. Junge und auch talentierte Schiedsrichter sind vorhanden, doch diese können noch nicht auf allerhöchster Spielebene "mithalten". Wenn es nun Probleme gibt, müssen die "Jungen" wohl oder übel als Sündenböcke herhalten. Schon jetzt müssen die übrig gebliebenen Top-Referees zwei oder mehrmals am Wochenende Spiele leiten. Kein leichtes Unterfangen für die, die eigentlich das Schiedsrichterwesen nur als Nebenbeschäftigung betreiben.

Die Schiedsrichter-Ausschlüsse sind für mich der falsche Weg. Probleme sind da, um sie auch zu lösen und nicht einfach mittels Ausschlüssen aus dem Weg zu räumen, da diese "Herren in Grau" schon immer ein Dorn im Auge gewisser Personen waren und der Zeitpunkt gerade einfach günstig schien. Die Leidtragenden sind die Basketball-Fans. Die Mannschaften versuchen auf allerhöchstem Niveau zu spielen, da sollten auch nur die Besten der Schiedsrichter zum Einsatz kommen. Und dass die vier ausgeschlossenen bzw. zurückgetretenen Referees zu den Besten gehören, bewiesen sie jede Woche aufs Neue.

 

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